„Die Preise für Lkw-Transporte klettern auf ein Dreijahreshoch“ 

Bedingt durch den „Corona-Neustart“ und weitere externe Faktoren, ist kaum noch Frachtraum verfügbar und die Preise am Spotmarkt steigen. Für die Transport- und Logistikbranche werden eine ganze Reihe von amtlichen und privaten Indizes und Marktberichten veröffentlicht. Im Vergleich zu den Vorjahren wird aber auch sehr deutlich, dass im Herbst 2020 und in der aktuellen Phase neue Rekordwerte in der Anzahl der zurückgelegten Kilometer auf deutschen Straßen erreicht wurden. Der Mautindex gibt jedoch keinen Aufschluss darüber, ob mit der Mehrleistung an Kilometern auch mehr Ladung durch die Lkw bewegt wurde. Diese Annahme wird durch die veröffentlichten Zahlen von der Transportbörse Timocom für den Spotmarkt gestützt.  

Die Ursachen 

Das hohe Transportaufkommen auf deutschen Straßen ist das Ergebnis verschiedener Entwicklungen, die in der Mehrzahl im Zusammenhang mit der anhaltenden Pandemiesituation stehen. Dieses Ungleichgewicht kann nur schrittweise wieder in Balance gebracht werden, da die vorhandenen Kapazitäten zusätzlich das laufende Tagesgeschäft abwickeln müssen. Mit steigendem Transportaufkommen tritt zudem der grassierende Fahrermangel wieder deutlich zu Tage. 

Die Auswirkungen  

Die Lieferzeiten für Transportequipment und Ersatzteile sind ebenfalls stark von der Beeinträchtigung der Lieferketten betroffen. Die Adaption der Kapazitäten kann daher nur mit einer starken Verzögerung erfolgen. Diese Situation ist vor allem eine Bedrohung für sogenannte „digitale Speditionen“, die ihre Kapazitäten nahezu vollständig über den Spotmarkt decken. Unabhängig davon legt die aktuelle Situation die Volatilität und Verwundbarkeit der Lieferketten offen. Auch wenn ein wissenschaftlicher Befund derzeit noch aussteht, scheint die Resilienz des über Jahre bewährten Zusammenspiels von Verladern und Logistikanbietern geschwächt. 

Die Perspektive 

Derzeit scheinen die Mengen auf absehbare Zeit nicht abzureißen. Die Geschäftserwartungen der Transportunternehmen und der Verlader bleiben für das laufende Jahr auf einem hohen Niveau. Diese Kapazitäten sind aktuell weitgehend in den Heimat-ländern gebunden und stehen nur eingeschränkt zur Verfügung.